Das Quartier

Die Großwohnsiedlung Klinkengrund liegt am östlichen Siedlungsrand der Kernstadt Bad Belzig, ca. 1,5 km Fußweg von der historischen Altstadt und ca. 1 km Fußweg vom Bahnhof entfernt. Das 26,7 ha große Wohnquartier mit großen Spielflächen bildet ein Stadterweiterungsgebiet, das seit 1945 entwickelt und bis 2000 durch zahlreiche Neubauten ergänzt wurde. Es wird östlich vom Stadtwald, westlich von der Klinik Ernst von Bergmann und südlich von einer Kleingartensiedlung eingerahmt.

Knapp 2.475 Einwohner (fast ¼ der Einwohner der Stadt Belzig) wohnen im Klinkengrund, wodurch das Quartier neben der Altstadt zu einem der bedeutendsten Wohnstandorte zählt und eine wichtige Funktion für die Wohnraumversorgung der Stadt einnimmt. Die Gebäude und Freiflächen sind in einem guten, gepflegten Zustand, der Leerstand liebt bei knapp 2 %. Zwei Supermärkte versorgen die Einwohner des Klinkengrunds mit Waren des alltäglichen Bedarfs. Insgesamt sind die Klinkengrunder zufrieden mit ihrer Wohnsituation im Klinkengrund.

Untersuchungen haben aber auf soziale Missstände im Quartier hingewiesen. Ein Großteil der Sozialwohnungen in Bad Belzig befindet sich im Klinkengrund, wodurch mehr als die Hälfte der SGB II-Empfänger in Bad Belzig im Klinkengrund leben. Der Anteil bei den Kindern ist noch höher. Kinder weisen zum Teil Entwicklungsrückstände und Sprachdefizite auf. 9 % der Anwohner haben einen Migrationshintergrund.

So beschloss die Stadtverordnetenversammlung am 12.10.2015 ein  Integriertes Entwicklungskonzept (IEK) für den Klinkengrund aufzustellen. Mit dem IEK konnte die Aufnahme in das Bund-Länder Programm „Soziale Stadt“ erreicht werden, das Fördermittel zur Überwindung der sozialen Missstände bereitstellt.

Seit 2016 werden unterschiedliche Aktivitäten entfaltet und Projekte umgesetzt, um den Klinkengrund als attraktiven Wohn- und Lebensort weiterzuentwickeln, das Zusammenleben und Miteinander im Quartier zu stärken und die Lebensperspektiven seiner Einwohner zu verbessern.